Réunion liegt bei Afrika – gehört aber zu Frankreich

Réunion liegt bei Afrika – gehört aber zu Frankreich

Réunion liegt rund 700 Kilometer östlich von Madagaskar, mitten im Indischen Ozean. Geografisch Afrika. Politisch Europa. Genau das macht die Insel so speziell und für viele erst einmal verwirrend.

Wer dort landet, ist offiziell in Frankreich. Mit allem, was dazugehört: Euro, EU-Recht, französische Verwaltung. Und gleichzeitig sehr weit weg vom europäischen Alltag. Palmen, Vulkane, tropische Hitze. Zwei Welten auf engem Raum.


Reunion, liegt bei Afrika gehört aber zu Europa.


Kurzer Hintergrund: Wie Réunion französisch wurde

Réunion war lange unbewohnt. Erst im 17. Jahrhundert nahmen die Franzosen die Insel in Besitz. Sie diente als strategischer Stützpunkt auf dem Seeweg nach Indien.

Der Name wechselte mehrfach. Bourbon, Île Bonaparte, später Réunion. Seit 1946 ist die Insel ein französisches Überseedépartement. Also rechtlich gleichgestellt mit Regionen in Europa.

Das ist kein Kolonialstatus mehr. Sondern vollständiger Teil der Republik. Mit allen Konsequenzen.

Europa in den Tropen: Was das konkret bedeutet

Réunion gehört zur Europäischen Union. Auch zur Eurozone. Für Reisende aus Deutschland oder Österreich heißt das:

  • Kein Visum

  • Keine Währungsumrechnung

  • Roaming wie in der EU

  • Französische Krankenversicherung greift vor Ort

Gleichzeitig gelten EU-Standards bei Lebensmitteln, Sicherheit und Infrastruktur. Das merkt man. Supermärkte, Straßen, Krankenhäuser funktionieren auf europäischem Niveau.

Und dann gehst du zwei Straßen weiter. Marktstände. Kreolische Musik. Currys, die nichts mit Kantine zu tun haben.

Zahlen, Daten, Fakten zur Insel Réunion

Ein paar Eckdaten, die helfen, das einzuordnen:

  • Fläche: ca. 2.512 km²

  • Einwohner: rund 860.000

  • Hauptstadt: Saint-Denis

  • Höchster Punkt: Piton des Neiges mit 3.070 m

  • Aktiver Vulkan: Piton de la Fournaise, einer der aktivsten weltweit

Die Insel ist kleiner als Schleswig-Holstein. Aber deutlich bergiger. Küste, Hochland, Regenwald, Lavafelder. Alles nah beieinander.

Vulkaninsel mit Alltagsbetrieb

Der Piton de la Fournaise ist kein Postkartenmotiv. Er bricht regelmäßig aus. Teilweise mehrmals im Jahr.

Das klingt dramatisch. Ist es aber im Alltag kaum. Wanderwege werden gesperrt, Lava fließt kontrolliert Richtung Meer, Touristen schauen aus sicherer Entfernung zu.

Für Einheimische gehört das dazu. Für Besucher ist es eher surreal: EU-Gebiet. Aktiver Vulkan. Parkplatz daneben.

Kulturmix statt Postkartenfolklore

Réunion ist kein klassisches Afrika. Und auch kein klassisches Frankreich.

Die Bevölkerung setzt sich aus Nachfahren von Europäern, Afrikanern, Indern, Chinesen und Madagassen zusammen. Religionen, Sprachen und Küchen existieren nebeneinander.

Gesprochen wird Französisch. Im Alltag oft Kreolisch. Englisch hilft wenig. Deutsch praktisch gar nicht.

Essen ist ein gutes Beispiel:

  • Reis fast immer

  • Currys mit Fisch, Hühnchen oder Linsen

  • Scharf, aber nicht übertrieben

  • Französische Bäckereien an jeder Ecke

Was Touristen über Réunion unbedingt wissen sollten

Mietwagen ist fast Pflicht

Öffentliche Verkehrsmittel existieren. Aber sie sind langsam und unflexibel.

Die Insel lebt von Höhenunterschieden. Viele Highlights liegen abseits der Küste. Ohne Auto verpasst man viel. Und verliert Zeit.

Wandern ist kein Spaziergang

Réunion ist ein Paradies für Wanderer. Aber kein Anfängergebiet.

Steile Anstiege. Schneller Wetterwechsel. Lange Distanzen. Gute Schuhe sind kein Luxus. Sondern Voraussetzung.

Strände sind nicht überall harmlos

Es gibt traumhafte Lagunen. Aber auch starke Strömungen und Haie. Baden ist nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt. Daran sollte man sich halten. Die Regeln sind nicht willkürlich.

Preise sind europäisch

Lebensmittel, Benzin, Restaurants. Alles eher Frankreich als Afrika.

Billigurlaub ist Réunion nicht. Dafür bekommt man Stabilität und Sicherheit. Das ist der Deal.

Kurioses, das man nicht erwartet

  • Französische Wahlplakate zwischen Palmen

  • EU-Verkehrsschilder im Dschungel

  • Baguette nach einer Vulkanwanderung

  • Schulferien nach französischem Kalender, aber mit Tropenhitze

Diese Brüche machen den Reiz aus. Wenn man sie zulässt.

Zwischenfazit

Réunion ist kein exotischer Kurztrip. Und kein klassisches Afrika-Abenteuer. Es ist eine europäische Insel mit tropischem Körperbau. Wer das versteht, wird nicht enttäuscht.

Persönliche Einschätzung

Réunion wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Und bleibt es auch. Aber auf eine ruhige, ehrliche Art.

Mich hat weniger das Spektakuläre beeindruckt als der Alltag. Menschen, die zwischen Vulkanwarnung und EU-Bürokratie ganz normal leben. Das fühlt sich echter an als viele glattpolierte Reiseziele.

FAQ: Häufige Fragen zu Réunion

Gehört Réunion wirklich zu Europa?

Ja. Politisch und rechtlich ist Réunion Teil Frankreichs und der EU. Auch wenn es geografisch bei Afrika liegt.

Brauche ich ein Visum für Réunion?

Nein. Für EU-Bürger reicht ein Personalausweis oder Reisepass.

Welche Sprache spricht man auf Réunion?

Offiziell Französisch. Im Alltag viel Kreolisch. Englisch wird nur begrenzt verstanden.

Ist Réunion gefährlich wegen Vulkanen?

Nein. Der Vulkan wird streng überwacht. Sperrungen erfolgen frühzeitig. Das Risiko ist kalkuliert.

Ist Réunion ein Strandziel?

Teilweise. Es gibt schöne Lagunen. Aber nicht überall ist Baden erlaubt. Réunion ist eher Wander- und Naturziel.

Wie teuer ist Urlaub auf Réunion?

Ähnlich wie in Frankreich. Günstiger als Paris, teurer als viele afrikanische Länder.

Kann man Réunion individuell bereisen?

Ja. Sehr gut sogar. Infrastruktur, Beschilderung und Sicherheit machen Individualreisen einfach.

Wann ist die beste Reisezeit?

Mai bis November gilt als trockener und angenehmer. Sommermonate sind heißer und feuchter.


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Réunion liegt bei Afrika, gehört aber zu Frankreich. Fakten, Hintergründe und praktische Tipps für Reisende mit echtem Interesse.











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